Manchmal muss man was Neues probieren ….

Ich singe schon mein Leben lang und unser kleines Quartett VierTaktDur ist für mich sehr wichtig. Auch beruflich leite ich einen Musikgruppe und seit 4 Jahren besuche ich auch die Musikschule in Reutte, um mit meiner Stimme noch besser arbeiten zu können. Vor einigen Monaten fragte mich meine Gesangslehrerin, ob ich auf einem „KonzertL“ (für alle Nicht Tiroler –  das „L“ ist die Verkleinerunsform, also ein kleines Konzert – sprich ein besserer Klassenabend) vom Musikschuldirektor was singen möchte, sagte ich ohne weiters ja. Nichtsahnend, was dahinter steckte. Wir probten an dem Lied herum, legten es wieder auf die Seite. Erst als ich Mitte Mai nachfragte, welcher Tag das nochmal wäre (ich hatte Ende Juni gespeichert – ist ja schließlich nix großes 😀 ),  und zur Antwort DREI Termine genannt bekam, wurde ich stutzig. Freitag und Sonntag waren für mich möglich, aber für den Samstag hatte ich bereits anderes vor. So wurde kurzerhand noch eine Kollegin von mir beglückt. (Ruth, ich bin dir echt dankbar, dass du dir alle drei Tage Zeit genommen hast. Danke dass du nicht nur den Samstag als deinen „Solotag“ genützt, sondern mich auch bei den Backgroundchorstücken  an den beiden anderen Tagen unterstützt und motiviert hast!)

Anfang Juni kam dann eine Mail vom Musikschulleiter hochselbst, mit einer Reihe an Probenterminen, zusätzlichen Noten für zwei mir völlig unbekannten Stücken und dem dazugehörigen Veranstaltungsplaket. …

Ehrlich gesagt, ich war etwas länger sprachlos (Wer mich kennt weiß, das ist kaum vorstellbar … ). Es handelte sich also um die 2. Auflage eines  doch wohl etwas größeren Musikprojektes – in Kooperation mit dem Kameraclub.  ….  Aber da gab es schon kein Zurück mehr, bereits am übernächsten Tag sollte die erste gemeinsame Probe stattfinden. Es begann eine probenintensive Zeit (Frau hat ja sonst nix zu tun und der ganze Familienclan half zusammen, um mir die nötige Zeit freizuschaufeln!DANKE!) Netterweise durften wir 3 Sänger die erste Probe streichen – denn erst einmal mussten wir uns die beiden zusätzlichen „Lieder “ etwas vertraut machen ….   Falls du reinhören möchtest: 😀

und

Kurz vor knapp war dann auch noch die Kleiderfrage zu klären, denn für das Gesangstück hieß es ja ganz vorne auf der Bühne stehen … langes Abendkleid – schwarz …. , ja ganz klar meine übliche Garderobe …  Außerdem findet frau sowas in Reutte sicher. Ich hatte echt Angst, dass mir die Zeit fehlen würde, etwas wirklich Schönes, Passendes, Tragbares und nicht zu letzt Leistbares zu finden.  Aber wie heißt es in einem ehemaligen Werbeslogan für unseren Bezirk: „ALLES, AUSSER FERN! Und ich freute mich wie verrückt, als ich bereits im 3. Geschäft einen wunderschönen, bereits ausverkaufsreduzierten, super bequemen Jumpsuit fand – der mir sofort das Gefühl von Geborgenheit gab …. denn das war auch nötig. …

Am Montag war die 1. Gesamtprobe für uns – das 70 kopfstarke Orchester überwältigte mich! Was für eine Klangwolke! Begleitet wurde das ganze auch schon von den herrlichen Bildern des Kameraclub Reutte-Breitenwangs auf einer RIESEN Leinwand. Der Publikumsraum – Platz für etwa 500 Personen („eh nur a bissl a größerer Klassenabend!„)  Die Nervosität und das Lampenfieber aber auch die Vorfreude begleiteten mich die gesamte Woche und ENDLICH war der Freitag da.

Der Friseurtermin am Nachmittag dauerte etwas länger und so kam ich bereits etwas gestresst zur nochmalige Anspielprobe um 18:00 Uhr. Und was passieren musste, passierte: unser Lied, das es vorne an der Bühne gemeinsam mit meiner Gesangslehrerin solistisch zu singen galt – klang fürchterlich. Die gesungenen Terzen klangen mehr als schräg und der Kommentar meiner Lehrerin “ Des wars Orchester“, stimmte mich nicht wirklich ruhiger. Es ist wirklich spannend, was ein Mensch sich alles ausdenken kann, wenn er vor einer wichtigen Aufgabe steht und 3 Stunden zu überbrücken hat… .  Ich z.B.  kann solche Zeit perfekt mit allen möglichen Schreckgespenstern, Schweißausbrüchen und, ja ich denke doch auch leichten Wahnvorstellungen, füllen. Zigg Mal versuchte ich die Stellen richtig zu singen – zigg Mal war es einfach nur falsch … Und während auf der Bühne das Orchester den 1. Teil bravurös bestritt und von herrlichen Fotos begleitet wurde, malte ich mir meine eigenen Bilder zurecht, was wäre wenn, …  Schließlich waren die ersten beiden Reihen für Ehrengäste und Presse reserviert. Und nebenbei – da saßen einige Bichlbacher und sonstige „Bekannte“ im Publikum. Ich wurde immer nervöser und unruhiger und nervöser und unruhiger und nervöser ….  – Pause – 2. Teil ….

Unser 1. Backgroundstück klappte soweit  …. und es hieß sich umziehen. Während ich meiner Lehrerin in ihr „Divengewand“ 😀 half, meinte sie ganz trocken in ihrem Allgäuer Dialekt: „Beate, wennn wir nicht richtig singen, dann ist das auch egal. Dann waren wir zumindest schön!“ Ich denke, dieser absurde Gedanke hat mir meinen Kopf aufgeräumt und mich frei gemacht.

Und dann hieß es auch schon auf die Bühne und was soll ich sagen – alles klappte, alles funktionierte, die Musik des Pie Jesu von Andrew Lloyd Webber trug mich und ich konnte den Moment durch und durch genießen.Music and Picture 2.0

13509765_1149013068474721_388411786_oIch bin so dankbar, dass ich Teil, diese genialen, wunderbaren Projektes sein durfte. Ich bin dankbar, dass ich mich getraut habe, dass meine Lehrerin, Monika Staszak, ihr Vertrauen in mich gesetzt hat und mir diese Erfahrung ermöglicht hat. Die Musik war wunderschön, die Bilder in mühevoller, zeitintensiven Arbeit ausgesucht und auf die Musik passend abgestimmt. Der Kameraclub hat Musik in Bilder verwandelt und wir durften den Bildern eine Stimme geben. Eine Wahnsinnsshow – honoriert mit drei ausverkauften Abenden! Mus and Pic

Die Bilder sind von Hermine Vogrin und Rolf Marke – vielen Dank!( Dieses Bild – mit der Reflexion im Klavierflügel ist doch gewaltig, oder?)

Also, es lohnt sich immer wieder mal was Neues auszuprobieren und sich auf Unbekanntes einzulassen! Ich bin gespannt was der morgige Tag bringt und freue mich schon darauf!

Alles Liebe

Beate

 

 

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2 Gedanken zu “Manchmal muss man was Neues probieren ….

  1. Beate ich bin total beeindruckt. Ich singe jetzt seit etwas mehr als einem Jahr in einem Chor und kann mir gut vorstellen, was dieser Auftritt für Dich bedeutet haben muss! Hut ab, dass Du in der ersten Reihe gestanden hast! Da wäre ich gerne Mäuschen gewesen. Die Stücke hören sich ausgesprochen interessant an! Das war bestimmt ein sehr beeindruckender und spannender Abend – nicht nur für Dich!
    GLG sigrid

Lob und Tadel, Freud und Leid - nett formuliert das wäre gscheit!

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